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ARMENIAN SPIRIT

Quelle eines Sounds, der Welten verbindet

„Armenian Spirit“ musikalisch einzuordnen ist eine Herausforderung, man müsste fast eine eigene Kategorie erfinden, um dieses Ensemble treffend charakterisieren zu können. Ethno-Jazz? Weltmusik? Multi-Kulti-Band? Mögliche Umschreibungen, die jedoch den facettenreichen Klang von „Armenian Spirit“ verkürzt erfassen würden. Ausgangspunkt ist die Seele der armenischen Musik, die für den Mastermind des Ensembles, Karen Asatrian, eine nicht versiegende Quelle von überraschenden Inspirationen ist.

Er ist Armenier, lebt aber jetzt in Österreich. Auch die Sängerin, Rita Movsesian, hat armenische Wurzeln ebenso wie Juan Carlos Sungurlian, der Oud und Bouzouki-Spieler. Schließlich darf in einem solchen Ensemble das für Armenien typische Holzblasinstrument Duduk nicht fehlen, es wird von Emmanuel Hovhannissyan gespielt. Er ist gerade dabei, in die Fußstapfen den berühmten Altmeisters Djivan Gasparyan zu treten und der einzige aus dem Ensemble, der selbst in Armenien, in der Hauptstadt Yerevan, zu Hause ist.

Sie alle haben armenische Wurzeln, haben jedoch in der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Kulturen musikalisch ihre eigenen Wege (siehe Biographien) des Ausdrucks gefunden.  Das macht schließlich diesen spezifischen Spirit aus: Offen sein für Anregungen aus anderen Kulturkreisen und Stilrichtungen, sich von ihnen inspirieren lassen und die eigene musikalische Tradition, die einem geprägt hat, neu und zeitgemäß interpretieren. Gerade auf dem Hintergrund der Geschichte Armeniens, die viele in die Diaspora getrieben hat, hat das eine identitätsstiftende Wirkung, ohne andere auszugrenzen. Selbstverständlich daher, dass diesem Ensemble auch Nicht-Armenier angehören wie der Saxophonist Wolfgang Puschnig, der Bassist Ante Jurinovic und der Drummer Reinhardt Winkler. So bringt „Armenian Spirit“ Menschen zusammen, die ihre Begeisterung für Offenheit, Transkulturalität und Liebe zur Musik miteinander teilen.

Sie kamen 2003 das erste Mal zusammen. Jeder und jede der Gruppe kann auf einen eigenen musikalischen Werdegang und Erfahrungen innerhalb und außerhalb Armeniens zurückblicken, die sie miteinander in das Ensemble einbringen und so zum spezifischen Sound von ARMENIAN SPIRIT beitragen. Er wird gespeist von klassischen Elementen, übernimmt vielfach die Rhythmik des Jazz und widmet sich Themen aus der armenischen Musiktradition, u.a. Volksliedern, wie sie z.B. vom berühmten Komitas gesammelt wurden. Daraus werden kraftvolle und zugleich zärtliche Erkundungsreisen in ferne und nahe Musikwelten, getragen von melancholischen und zugleich lustvollen Harmonien und gesteuert vom Komponisten, Pianisten und Sänger Karen Asatrian, aus dessen „Feder“ diese kulturübergreifenden Meisterwerke entstehen.

Karen Asatrian (Armenien/Österreich)

Karen Asatrian (Armenien/Österreich)

Der Komponist, JazzPianist und Leiter des Ensembles ARMENIAN SPIRIT Karen Asatrian wurde 1972 in Yerevan, Armenien, geboren. Nach Absolvierung seines Musik-Studiums am staatlichen Konservatorium KOMITAS in Yerevan verließ er das Land und emigrierte 1995 nach Klagenfurt in Österreich. Hier schloss er sein Jazz-Piano-Studium mit Auszeichnung ab. Seine bisherige Karriere war von verschiedenen signifikanten Höhepunkten begleitet. Einer von ihnen war 2007 die Verleihung des armenischen Musik Awards in der Kategorie „bestes Jazz-Album“ für seine CD „Pathway“. Von seinen bisherigen Werken ist besonders seine Messe PRAYER WHEEL hervor zu heben, die er aus Anlass des 100. Jahrestages des Genozides am armenischen Volk durch die Türken komponierte und 2016 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde. Abseits seiner laufenden Aufführungen und Auftritte ist er ein erfolgreicher Jazz-Piano-Professor an der Gustav-Mahler-Universität in Klagenfurt und an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Weitere Informationen mit Diskographie siehe www.asatrian.net

Rita Movsesian - vocals (Irak/Österreich)

Rita Movsesian - vocals (Irak/Österreich)

Rita macht sich mit Armenischer und Arabischer Musik in Baghdad/Irak vertraut, wo sie geboren wurde und aufwuchs. 1992 kam sie nach Salzburg, aber ihr Interesse an der Musik ihrer armenischen Vorfahren blieb. Sie nahm Gesangsunterricht und verfeinerte ihre Technik am Salzburger Mozarteum in den Feldern der klassischen Musik und des Jazz. Es folgte eine Vielzahl von Auftritten in Österreich und im Ausland, ehe sie sich interkulturellen Kooperationen und vielseitigen Projekten zuwandte.  Rita versteht die Musik als interkulturellen Schlüssel in unsere Welt und konzentriert ihre Empathie auf die Traditionen armenischer Musik, die ihre Wurzeln in der armenischen Familie hat, deren Vorfahren ihre Heimat in der Türkei hatten und nach den historischen Ereignissen 1915 sich im Irak niederließen. In Ritas  Stimme kann man sowohl die vielseitige Seele des Irak als auch  die leidensfähigen, aber auch leidenschaftlichen  Stimmungen Armeniens wieder erkennen.

Ante Jurinović - Bass (Kroatien)

Ante Jurinović - Bass (Kroatien)

Ante Jurinovic studierte akustische und Elektrogitarre am Konversatorium in Klagenfurt. Gemeinsame Aufführungen mit Joe Zawinul förderten seinen Bekanntheitsgrad, denen weitere musikalische Projekte und Aufnahmen mit prominenten Musikerinnen und Musikern wie Tamara Obrovac, Oliver Dragojevic, Matija Dedic, Gail Anderson band, Wolfgang Puschnig, Galeria band, Waveform band, Jean Nolan, Karen Asatrian and Hamlet Fiorilli and his Latin Jazz Experience folgten. Master-Studium in e-Bass.

Wolfgang Puschnig – Alt-sax (Österreich)

Wolfgang Puschnig – Alt-sax (Österreich)

Er ist nach Joe Zawinul wohl das prominenteste Aushängeschild der österreichischen Jazz-Szene – ein Multi-Instrumentalist, dessen Palette von den verschiedenen Flöten über Alt- und Sopran-Sax, Alt- und Bass-Klarinette bis zu den exotischen Hölzern wie Shakuhachi und Hojok reicht. Aus elegischen Intonationen, ausdrucksvollen Melodien und außergewöhnlicher Virtuosität hat er einen persönlichen Stil entwickelt, der den entscheidenden Unterschied macht.

Emmanuel Hovhannisyan - Duduk & Zurna (Yerevan, Armenien)

Emmanuel Hovhannisyan - Duduk & Zurna (Yerevan, Armenien)

Er ist einer der bekanntesten Duduk-Spieler Armeniens und auf einem guten Weg den Doyen des armenischen Duduk-Spiels, Djivan Gasparyan, abzulösen. Ausbildung am Komitas-Konservatorium in Yerevan. 2002 Gewinner des Award Vienna Brass und Woodwind Music Instruments Festival, 2012 Gewinner des  Edison Award Jazz / World in den Niederlanden. Verschiedene internationale Engagements in diversen Ensembles und Teilnahmen an Theater- und Film-Projekten.

Juan Carlos Sungurlian - oud & bouzouki (Uruguay/Österreich)

Juan Carlos Sungurlian - oud & bouzouki (Uruguay/Österreich)

Absolvierte seine Ausbildung am Konservatorium in Montevideo, Yerevan und an der Musikakademie in Graz. Meisterklassen in Fes, Istanbul und Sevilla. Internationale Konzerte in verschiedenen Formatioonen und als Solist. Sein  multikulturelles Selbstverständnis, beeinflusst von den musikalischen Welten aus Spanien, Armenien, Griechenland, Deutschland, Portugal und Frankreich, ist der Grund für sein leidenschaftliches Interesse an verschiedensten Kulturen und Musiktraditionen.

Reinhardt Winkler - drums & percussion (Österreich)

Reinhardt Winkler - drums & percussion (Österreich)

Reinhardt Winkler tourte durch Europa, die USA und Asien und kooperierte mit STS, Terry Myers und Jamaaladeen Tacuma, um nur einige von den internationalen Musikstars zu nennen. Seit 1993 ist einer der meist begehrten Schlagzeug-Lehrer in Österreich.